EGC 2017 – Europameisterschaft Segelflug mit Markus Gäumann

10. – 12.August

  • Inoffizielles Training
  • Mandatory Airspace Briefing (sehr komplexe Strukturen um London)
  • Abgabe der IGC- Files zur Verifizierung
  • Wägung der Flugzeuge

Piloten:

Offene

Halter Guido und Susi                     HU           ASH25 M
Gaeumann Markus                            NE            Nimbus 4M

 

18m

Haas Jürg                                                 CH           Js1 C
Duenner Marcel                                  MD          ASG 29

12. August

Opening Ceremony mit anschliessender Airshow.

13. August

Day 1

Wetter Vorhersage:

Für England eher untypisches schönes Wetter mit sehr wenig Wind. 2/8 – 3/8 Cu, Basis auf 5500ft. Entsprechend wurden die Tasks wie folgt ausgeschrieben:

Tasks:

Open      Task A, 625.0 km

18m       Task A, Assigned area (356km/663km 4h)

Start: 12:00 Local Time

 

Die Offene- startete vor der 18m- Klasse, wobei Guido Halter und Markus Gaeumann als erste abhoben.

Flug:

Um einer Bulk-Bildung während dem Start etwas entgegen zu wirken, wurde eine 10 Minuten Blockzeit eingeführt. Das heisst, dass die Zeit bei der Überquerung der Startlinie jeweils auf den letzten 10er Block gesetzt wurde. Z.B. Startzeit 12:30 – 12:39 wird auf 12.30 gesetzt, 12:40 – 12:49 auf 12:40. Wenn also ein Pilot den vorfliegenden Wettkämpfer nachfliegen wollte, ergab das ein paar Strafminuten.

Die Vorhersage der Wetterbedingungen erfüllten ihre Versprechungen mindestens für den ersten halben Task. Fast keine Ci, 2/8 -3/8 Cu mit hohen Untergrenzen von 5500ft. Ist für englische Verhältnisse eher eine Ausnahme. Die ohnehin schon sehr komplexen Luftraumstrukturen um Lasham erforderten noch mehr Aufmerksamkeit der Piloten, weil zusätzliche Airspaces in diesen Höhen sich dazu reiten. Über die Webseite http://www.egc2017.co.uk   … Tracking kann man die Pilotenposition über den jeweils ausgeschriebenen Tasks genau beobachten.

Mit Freue verfolgten wir den spannenden Flug unseres 18m- Team (Jürg Haas, Marcel Dünner). Sie dominierten die Aufgabe und hatten immer wieder die Nase vorn. So landeten auch beide als erste mit der erfüllten Aufgabe mit einer Flugzeit von 4:05:25 (Marcel) und 4:05:40 (Jürg). Da AAT Aufgaben sehr abhängig sind von kurzzeitigen Wetterentwicklungen und schlussendlich die durchschnittliche Geschwindigkeit das Mass aller Dinge ist, konnten sich eine paar Piloten noch vor den Beiden rangieren. Aber mit knapp 100 Punkten hinter dem Erstplatzierten liegt alles noch in Reichweite.

Da die flache Cu- Abdeckung sich am späteren Nachmittag fast auf 100% ausbreitete, hatte es das Team der offenen Klasse, sehr schwer. Die letzten 180km lagen nur noch im Schatten und forderten den Piloten das letzte an Können und Erfahrung ab. Keine Zeichnungen mehr am Himmel, und trotzdem gab es da Aufwinde, scheinbar aus dem Nichts. Ein paar Rauchschwaden oder Fabriken waren jetzt die Hilfen um etwas Thermik zu finden. Jetzt zeigten Markus und Guido ihre Stärken und konnte so die 625km lange Aufgabe trotz erschwerten Bedingungen erfüllen. Fast 8h waren sie in der Luft und sind bei tief stehender Sonne gelandet. Knapp 30% der Kontrahenten konnten die Aufgabe nicht erfüllen.

 

Wir sind gespannt auf die weiteren Flüge.

rb

14. August

Day 2

Wetter Vorhersage:

Eine Warmfront durchzieht um 12:00 das Gebiet. Die dahinter liegende Kaltfront soll gegen 18:00 Regen bringen. Dazwischen, im Warmluftsektor, sollen etwa 3h  mässig fliegbare Bedingungen herrschen.

Entsprechend wurden die Tasks gesetzt:

Open:

Assigned aera mit 5 Gebieten, 106.3km/254.6km (124.1.0 km)

Tasktime: 1:30:00  (A),

 

18m:

Polygon mit 4 Punkten, 134.8 Racetask

 

 

 

Start:

Die Verzögerung der herannahenden Warmfront veranlasste die Veranstalter den Start ebenfalls zu verschieben. Die meteorologischen Bedingungen sahen um die Mittagszeit noch recht gut aus, jede weitere Verschiebung des Starts entpuppte sich zunehmend als falsche Entscheidung der Rennleitung.

So starteten die Piloten schlussendlich um 14:30 in den schon recht abgedeckten Himmel.

 

Flug:

Unsere Piloten wussten genau, dass sie die Startlinie relativ schnell nach deren Eröffnung überfliegen sollten. Jede Verzögerung hätte grobe Folgen auf die fliegbare Zeit. So dachten aber nicht nur unsere Schweizer…. und so machte sich ein grosser Pulk auf Richtung Norden.

Und es kam wie es kommen musste; Keiner erreichte das Ziel. Weder die Offene- noch die 18m- Klasse fanden den Weg nach Hause. Die 15m- Klasse erreichte nicht einmal die minimale Wertungstrecke.

 

15. August

Day 3

Wetter Vorhersage:

Nach der durchgezogenen Kaltfront in der Nacht, versprach das Rückseitenwetter einen guten Streckenflugtag. Am Anfang 3/8 Cu mit tiefer Wolkenuntergrenzen sollten aber während des Tages über 4500ft klettern. Der Wind soll wieder auffrischen und gegen den Abend mit über 27kmh aus Westen wehen.

 

Entsprechend wurden die Tasks gesetzt:

Open:

Polygon mit 5 Punkten, 522,2 km Racetask

 

18m:

Polygon mit 5 Punkten, 501.3 Racetask

 

 

Start:

Eine Stunde nach dem Briefing (11:45) sollten die Ersten entsprechend der Startreihenfolge in die Luft gehen.

Strategisch wollte unser Team heute schnell losfliegen, um die grosse Aufgabe in der verhältnismässig kurzen Zeit meistern zu können.

17. August

Day 5

Wetter Vorhersage:

Am Morgen war der Himmel grau in grau, dazwischen etwas Sprühregen. Trotzdem sollten alle ihre Flugzeuge auf der Startbahn einrichten. Zwei Stunden später lockerte die Bewölkung auf. Am Nachmittag soll die Basis auf 3500ft – 4000ft ansteigen. Dazwischen mässige Ci- Abdeckungen. Mit 1m/s – 2m/s Steigwerten sollte ein Task mit 200km geflogen werden können.

 

Entsprechend wurden die Tasks gesetzt:

Open:

Assigned aera mit 4 Gebieten, 164.5km/417.6km (206.0 km)

Tasktime: 3:00:00  (A), 2:30:00 (B), 2:00:00 (C)

 

18m:

Assigned aera mit 4 Gebieten, 162.9km/413.4km (202.7 km)

Tasktime: 3:00:00  (A), 2:30:00 (B), 2:00:00 (C)

 

Start:

Die zu tiefe Basis (2700ft) verzögerte schlussendlich den Start auf 13:30 Uhr. Zuerst schleppten die 5 Schleppmaschinen in kurzer Zeit die 15m- Klasse an ihren Klink- Punkt. Kaum 10 Minuten in der Luft kamen aber die Ersten wieder zum Landen. Sie konnten sich nicht halten, zu tief die Wolkenbasis, zu zerrissen die Thermik. Also wurde der ganze Aufgabe der 15m- Klasse gecanceled.

 

Die 18m- und Offene- Klasse warteten weiterhin auf Ihren Start. Die Rennleitung verteilte auf dem Grid einen Task D, der sich vom Task C aber nur von der  Abfluglinie- Position unterschied. Diese lag nun mehr im Norden des Feldes, wo die Wolkenbasis deutlich höher lag. Der Basissprung entlang einer west-ost Linie, deutete auf eine Konvergenz hin, die näherungsweise entlang des ersten Schenkels lag. Endlich startet das Feld am 15:00 Uhr LT. Die Zeit wurde knapp, da sich die 18m- Startlinie erst 15:35 öffnete, flogen Jürg und Marcel schnell ab. Thermikende soll um 18:00 Uhr sein, bei den 2h Task-Zeit war da nicht mehr viel Luft für die Piloten ihre Flugaufgabe zu erfüllen.

Entsprechend ähnlich bei den Offenen, die bedingt durch den späteren Start, noch 20 Minuten weniger Zeit hatten ihren Task abzufliegen.

Der erste Part verlief relativ schnell. Marcel und Jürg in 18m- Klasse dominierten von Anfang an und führten die Spitze an. Vor allem auf den letzten 60km, wo viel Wind, zerrissene und langsam schwächer werdende Thermik den Piloten alles an Können abverlangte.

Marcel kam als Erster mit der erfüllten Aufgabe zurück. Etwas später landete Jürg. Sie konnten den ersten und zweiten Platz für sich beanspruchen.

Wir gratulieren Marcel zum Tages- Sieg und Jürg zum 2. Platz.

 

 

Durch den 20 Minuten späteren Start, hatte es die Offene- Klasse sehr schwer den letzten Wendepunkt zu erreichen. Viel Wind und nur noch schwache Thermik, deren Basis nun auf 2500ft abgesunken war, veranlasste viele Kontrahenten zur Aufgabe. So schafften schlussendlich auch nur zwei Piloten diesen Task zu beenden. Fast erfüllen konnten Guido und Markus. Leider mussten sie kurz vor dem Zielkreis abdrehen und ihren Motor anwerfen. Trotzdem rangierten sie sich schlussendlich auf den 9. und 10. Platz.

Hut ab vor der grossen Leistung, die unsere Piloten zeigten, bei diesen Bedingungen war es alles andere als einfach.

18. August

Day 6

 

Die instabile Wetterlage mit viel Schauern und Gewitter, veranlasste die Wettkampfleitung einen Ruhetag einzulegen.

19. August

Day 7

Wetter Vorhersage:

Viel Wind (-30kt) soll den heutigen Tag stark beeinflussen. 4/8 – 5/8 Cu, dazwischen isolierte Schauer. Am frühen Nachmittag 4/8 SC auf 6000ft, die sich aber ab 15:00 Uhr auflösen sollten.

 

 

Tasks:

Open:

Assigned aera mit 5 Gebieten, 161.5km/386.6km (206.7 km)

Tasktime: 3:00:00  (A), 2:30:00 (B), 2:00:00 (C)

 

18m:

Assigned aera mit 5 Gebieten, 140.6km/350.2km (182.0 km)

Tasktime: 2:30:00  (A), 2:00:00 (B), 1:30:00 (C)

 

Start:

Regenschauer und keine Aufwinde in der näheren Umgebung der Startlinie, verzögerten den Start von 12:00 auf 14:20 Uhr. Weil die fliegbare Zeit somit kürzer wurde, aktivierte man den Task C.

Mit 7 Schleppmaschinen brachte die Organisation danach alle Segelflugzeuge in 35 Minuten in die Luft. Beeindruckend wie das gut organisierte Grid- Team arbeitete.

 

Flug:

Die Startlinie wurde so schnell wie möglich überflogen, um möglichst im besten Zeitfenster die Aufgabe zu absolvieren. Gespannt verfolgten wir am Boden das Rennen der beiden Klassen. Über den Live Tracking auf der Seite www.egc2017.co.uk kann man die Flüge betrachten. Der Wind frischte stark auf und behinderte die Piloten auf ihrem Flug. Vor allem beim Landeanflug wurden die starken Turbulenzen zur Tortur. Starke Abwinde zwangen einige dazu, den zu kurz geratenen Endanflug, mit dem Motor zu unterstützen.

Für unser Team waren diese meteorologischen Bedingungen kein Problem. Alle sind gesund und heil gelandet. Sie konnten ihre Plätze etablieren.

 

Nicht zu verachten diese Leistungen bei dem Wind. Der Versatz der Thermik war schlecht einzuschätzen, vor allem dann wenn die Aufgabe querab zu Wind verläuft.

 

 

20. August

Day 8

Wetter Vorhersage:

Der deutlich schwächere Wind, sollte einen etwas ruhigeren Tag versprechen. Eine herannahende Warmfront zeichnete weit im Westen  mit ersten Cirren. Bis 17:00 soll die Front den ersten Regen bringen.

 

Eine Aufgabe soll zwischen 12:00 – 16:00 Uhr möglich sein.

Eine gute Vorbereitung war unabdingbar für einen Erfolg bei dieser EM.

 

 

 

Open:

Polygon mit 5 Punkten, 250,2 km Racetask (A)

Polygon mit 5 Punkten, 212.0 km Racetask (B)

 

18m:

Polygon mit 5 Punkten, 245,9 km Racetask (A)

Polygon mit 5 Punkten, 207.6 km Racetask (B)

 

Start:

Heute wurde wieder in diesen 10 Minuten Zeitfenstern gestartet. Etwas umstritten meiner Meinung nach. Das Nachfliegen kann möglicherweise etwas gemindert werden, hat aber zur Folge, dass ein grosser Pulk zur gleichen Zeit über die Startlinie will. Innerhalb eines 10er Blocks, also 12:10, 12:20, 12:30 usw. muss +- 30 Sekunden der Start erfolgen, sonst wird die Abflugzeit auf den letzten Block zurückgesetzt. Z.B. eine reelle Startzeit 12:19 Uhr wird auf 12:10 Uhr zurücksetzt. Somit hat ein Pilot wertvolle 9 Minuten verloren.

 

Flug:

Unser Team ist diesbezüglich gut weggekommen und konnte die erste Hälfte im vorderen Feld mit fliegen. Langsam fächerte sich das Feld aber auf und die Schnellsten waren mit über 110km/h Durchschnittsgeschwindigkeit nach 2h wieder auf dem Flugplatz. Wer bei dieser geringen Arbeitshöhe (500m -800m Grund) nicht immer sofort wieder Thermik gefunden hatte, riskierte bei den zunehmend schlechter werdenden Bedingungen eine Aussenlandung.

Jürg hatte diesbezüglich Pech und musste 17km Kilometer vor dem Finish- Punkt mit Unterstützung seines Jet- Triebwerks zurück zum Landefeld fliegen.

Markus, Marcel und Guido konnte ihre Aufgabe meistern. Die optimale Linie zu finden war an diesem Tag der Schlüssel zum Erfolg.

24. August

Heute 24.8. ist Markus leider abgesoffen. Das Wetter sah vor dem Start noch recht gut aus, verschlechterte sich rapide. Die Frage war; sofort gehen oder abwarten. Abwarten wäre richtig gewesen. Guido konnte sich aus ca 150m retten, Markus war ca 10 m unter ihm und musste den Motor schmeissen. Den ganzen Tag war 8/8 sc, einzig gegen Abend, genau richtig für die Rückkehrer, baute es nochmals auf. Doppelpech!

Kommentar Erfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*